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FILADRESSA
Kontexte der Südtiroler Literatur


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FILADRESSA
Kontexte der Südtiroler Literatur

 

Eine neue Jahresschrift und ein neues Forum. Weil Literatur Raum und Dialog braucht. Wenn es um die Südtiroler Literatur geht, liegen tendenzielle Nabelschau und ein Abdriften auf außerliterarische Themen in greifbarer Nähe. Das hat mit der Geschichte und dem Selbstverständnis des regionalen Literaturraumes zu tun, aber auch mit seiner Außensicht,  d. h. der Perspektive des deutschsprachigen Literaturbetriebs auf die Literatur aus Südtirol, dessen Interesse sich auf die deutschsprachige Literaturproduktion beschränkt.

Aus der Innensicht hingegen scheint es sinnvoll, mit Etiketten vorsichtig umzugehen und die vielfältige literarische Produktion und Tendenzen in den drei Sprachen Deutsch, Italienisch und Ladinisch zu beobachten.

 

Zum Titel der literarischen Jahresschrift

filadrëssa heißt auf Ladinisch "Turmfalke". Die Herkunft des Namens führt Karl Felix Wolff in seiner Sammlung der Dolomitensagen auf die Geschichte "Die Malerin von Falòria" zurück. Die "Filadréssa" ist hier eine Dienerin der Hexe Swalázza und verwandelt sich von Zeit zu Zeit in einen braunen Geier, der kleine Kinder raubt, sie in Singvögel verwandelt und in keine silberne Käfige sperrt. Aber die "Filadréssa", eigentlich die Malerin von Falòria, steht selbst im Bann eines Zaubers und von diesem Zauber erlösen kann sie nur der, der hinter ihrer grässlichen Geiergestalt ihr wahres Wesen erkennt. Das muss er nicht nur durch die Liebe zu ihr, sondern auch, indem er das von ihr unvollendet hinterlassene Bild in ihrem Sinne zu vollenden versteht und ihr dadurch sein Verständnis für ihre Kunst beweist.

Lexikalisch beinhaltet der Name filadrëssa das ladinische Verb "filé" (spinnen). Die Spinnstuben waren den Frauen und Mädchen vorbehalten und galten neben der Arbeitsstätte als Ort der Unterhaltung und Bildung. Hier traten die "Filípes", die Erzählerinnen, auf und trugen ihre Geschichten vor.

 

Projektziel - interdisziplinäre und intertextuelle Bezüge

filadrëssa will die Berührungspunkte von Literatur und anderen Ausdrucksformen der Kunst sichtbar machen. Doch nicht Musealisierung und Denkmalbau sind das Ziel, sondern lebendiger und kritischer Dialog mit unveröffentlichter Literatur und bildender Kunst. Deshalb wird die Nachlassedition ins Spannungsfeld aktueller Texte und Bilder gestellt. Die Auswahl der AutorInnen konzentriert sich vor allem auf literarische Debüts oder zum Beispiel auf die sensible Phase vor dem zweiten Buch.


 




Zu den einzelnen Ausgaben

 

 

Filadressa 01

 

Filadressa 02

 

Filadressa 03

 

Filadressa 04

 

Filadressa 05

 

Filadressa 06