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Der Wegmacher Beppino, nit deitsch und nit walsch, der am Wahlsonntag das wählt, was er zum Leben braucht, ein emanzipationswilliger Ehemann, der im ungünstigsten Moment am Masturbationsverbot seiner katholischen Erziehung zu scheitern droht, Frauen, die vom Krieg und von der Liebe in Europa herumgeweht werden und die mal mehr, mal weniger in der Fremde ankommen – solche Figuren bevölkern Gottlieb Pomellas klar verortete Erzählungen. Sprache, Religion, Herkunft, Ideologie, Geschlecht separieren die Menschen manchmal mehr, als dass sie dadurch verbunden wären. Grenzen werden gezogen und Entscheidungen getroffen, die von den klügeren Nachgeborenen allzu gern verurteilt werden, dabei versucht im Endeffekt jede und jeder schlicht, einen Weg zu finden und eine Zukunft zu gestalten.
Mit Liebe, Nachsicht und warmem Humor zeichnet Gottlieb Pomella die kleinen Schicksale, die von den großen Entwicklungen geformt werden: Die Italianisierung Südtirols, der Zweite Weltkrieg, Faschismus und Gewalt sind zwar abstrakte Begriffe – Kurt, Irina, Gilberto und Ruth jedoch verkörpern die konkreten Menschen, denen wir auf ihren Wegen gerne folgen.
Sie waren anders und wollten anders sein als die Leute im Dorf, die sich an die ungeschriebenen und unumstößlichen Gesetze des ländlichen Lebens auch dann hielten, wenn sie deren Sinnhaftigkeit insgeheim in Frage stellten.
«Die Lakonik von Norbert C. Kaser und die entrückte Transzendenz des Friedrich Hölderlin haben jene beeinflusst, die ein ähnliches Bildungssystem in Südtirol durchgemacht haben».»
Helmut Schönhauer, „Neue Südtiroler Tageszeitung“